Schwarzplan erstellen mit OpenStreetMap-Daten

Du bist StudentIn der Stadtplanung, Architektur oder musst aus irgendeinem Grund einen Schwarzplan erstellen, hast aber keine Lust Gebäudegrundrisse abzupausen oder abzumalen?

Mit den Daten von OpenStreetMap (OSM) und dem Programm Maperitive kann man diese Arbeit abkürzen.

Ich werde hier folgendes beschreiben:

  1. Was ist OpenStreetMap?
  2. Maperitive installieren
  3. Maperitive-Regeln für den Schwarzplan erstellen
  4. Maperitive starten und einstellen
  5. Daten laden und Schwarzplan erzeugen
  6. OpenStreetMap-Daten verbessern
  7. Links

Was ist OpenStreetMap?

OpenStreetMap ist im Prinzip wie Wikipedia, nur für Landkarten. Jeder kann dort Straßen, Gebäude und andere Sachen eintragen, um eine freie Weltkarte zu erstellen.

Die Daten sind nicht nur kostenlos, sondern frei. Das heißt, dass du sie verwenden kannst und darfst und damit z.B. Schwarzpläne erstellen kannst.

Du kannst aber auch mitmachen; Fehler beheben und den Detailgrad der Karte verbessern.

Maperitive installieren

Auf maperitive.net kannst du unter Download die aktuellste Version der Software herunterladen. Die Datei heißt Maperitive-latest.zip.

Diese Datei kannst du einfach per Rechtsklick entpacken. Du hast dann einen neuen Ordner Maperitive, in dem die Programmdaten enthalten sind.

Nun musst du noch sicherstellen, dass du die Software .NET 4 (für Windows) oder Mono (für Mac OS, Linux) installierst. Für Windows und Mac OS folge den Links. Unter Linux ist Mono in den Paketquellen enthalten. Unter Debian und Ubuntu sollte z.B. „sudo apt-get install mono-runtime mono-devel“ als Befehl zum Installieren reichen.

Maperitive-Regeln für den Schwarzplan erstellen

Nun musst du eine kleine Datei erstellen, die nur die folgenden Zeilen enthält:

features
        areas
                building : building
properties
        map-background-color    : #FFFFFF
        line-style : none
rules
        target : building
                define
                        fill-color : black
                draw : fill

Öffne dazu einfach z.B. Notepad (unter Windows) oder einen anderen Texteditor (kein Office) und kopiere den Text dort rein. Dann speichere die Datei als schwarzplan.txt im Ordner Maperitive.

Die Regeln stammen hierher.

Maperitive starten und einstellen

Unter Windows doppelklickst du nun einfach auf die Datei Maperitive.exe im Ordner Maperitive. Unter Mac OS oder Linux öffnest du das Terminal und wechselst in den Ordner Maperitive und führst dann „sh Maperitive.sh“ aus.

Ein Fenster öffnet sich. Dort siehst du die Karte von OpenStreetMap.

Ganz unten im Fenster ist eine Eingabezeile (Command Prompt). Tippe dort den Befehl „use-ruleset location=schwarzplan.txt as-alias=schwarzplan“ ein und sende ihn mit der Eingabetaste ab.

Suche nun den Ort auf der Karte, für den du den Schwarzplan erstellen möchtest.

Rechtsklicke in der Karte und wähle „Place Printing Bounds Here“. Ein Quadrat erscheint auf der Karte. Passe dieses Quadrat so an, dass es den gewünschten Kartenbereich umschließt.

Rechtsklicke in der Karte und wähle „Place Geometry Bounds Here“. Ein weiteres Quadrat erscheint. Passe es so an, dass es an der gleichen Stelle und genauso groß ist wie das vorherige Quadrat.

Achtung: Wenn du deinen Kartenausschnitt zu groß wählst, kann dein Computer ggf. nicht mit der Datenmenge umgehen. Eine Kleinstadt oder ein Ausschnitt einer Großstadt sollte aber auf jeden Fall möglich sein.

Daten laden und Schwarzplan erzeugen

Über das Menü Map → „Download OSM Data (Overpass API)“ kannst du nun die nötigen Daten vom OpenStreetMap-Server laden. Das kann einen Moment dauern, je nachdem wie schnell deine Internetverbindung ist und wie schnell dein Rechner die Daten verarbeiten kann.

Sobald die Daten geladen wurden, sollten die Gebäude/der Schwarzplan auf der Karte erscheinen.

Blende nun die Hintergrundkarte aus. Rechts unten im Fenster ist ein Kasten „Map Sources“. Klicke dort auf den Stern links neben „Web map (OSM Mapnik)“.

Tippe nun in den Command Prompt „export-svg compatibility=illustrator“. Im Ordner Maperitive erscheint ein Unterverzeichnis output, in dem eine Datei output.svg erzeugt wird.

Diese Datei kannst du nun umbenennen und z.B. in Adobe Illustrator weiterbearbeiten.

OpenStreetMap-Daten verbessern

In vielen deutschen Städten sind die Daten von OSM gut bis sehr gut, und außerdem aktuell. Jedoch kann es vorkommen, dass Gebäude, Stadtteile oder ganze Städte noch nicht in OSM erfasst sind. In diesem Fall wird der Schwarzplan unvollständig sein.

Du kannst aber, wenn du Lust und Zeit hast, fehlende Gebäude in OSM eintragen. Du kannst dann Gebäude und Straßen von Satellitenbildern im Editor abzeichnen und eigene Ortskenntnis einfließen lassen.

Links