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Koreareise – Route und Hostels

Meine Koreareise ging über drei Wochen. Als Zeitraum hatte Mitte September bis Anfang Oktober gewählt, weil dort das Wetter gut, nicht zu schwül, aber nicht zu kühl ist.

Mit den Hostels, bei denen ich untergekommen bin, habe ich eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht. Überall war es sauber und die Angestellten konnten Englisch.

Eine kleine Sammlung von Bildern der Reise findest du auf Flickr.

Eine detaillierte Aufstellung über den Reiseverlauf:

Für die Flüge mit British Airways (Frankfurt-Heathrow-Incheon und zurück) habe ich 750€ gezahlt.

Für den Flug Gimpo-Jeju mit Asiana habe ich 57.000 Won (ca. 42€) und für den Flug Jeju-Gwangju mit Asiana habe ich 53.400 Won (ca. 39€) gezahlt.

Die Hostels habe ich in Bar in Won gezahlt. Für Essen, U-Bahn, Busse, Übernachtungen (also alles außer die Flüge) habe ich insgesamt ca. 1.100.000 Won (ca. 850€) ausgegeben.

Das Geld konnte ich dank einer DKB-Visa-Karte ohne Gebühren direkt an koreanischen Geldautomaten abheben. Manchmal musste ich bisschen suchen, bis ich einen Automaten gefunden hatte, der meine Karte annahm.

Koreareise – 3. Woche

Eine kleine Sammlung von Bildern der Reise findest du auf Flickr.

Letzten Montag habe ich von Gyeongju aus einen kleinen Abstecher (drei Stunden Fahrt mit Intercity-Bussen) nach Haeinsa, einem Kloster, gemacht. Dort lagert die Tripitaka Koreana, ein buddhistischer Text auf 80.000 hölzernen Druckplatten. Von den Platten sieht man aber nicht wirklich viel und Informationen dazu gibt es vor Ort nur auf Koreanisch.

Haeinsa liegt etwas abgelegen inmitten des Gayasan-Nationalparks. Das heißt natürlich nicht, dass dort nicht eine große Menge Wanderer und Tagestouristen umherläuft. Mir persönlich hat Haeinsa besser gefallen als Bulguksa am Tag zuvor. Die Athmospähre war ruhiger und die Landschaft drumherum ist schöner.

In Haeinsa bin ich mitten in einen koreanischen Schulausflug geraten. Das hatte zur Folge, dass ich von 10-15 kleinen KoreanerInnen (ca. 5. Klasse) belagert wurde. Natürlich mussten alle englischen Sätze, die sie gelernt haben, ausprobiert werden.

Am Dienstag bin ich nach Jeonju gefahren. Die Stadt ist für das Hanok Village (Hanoks sind die traditionellen koreanischen Häuser) und Bibimbap (ein sehr leckeres Essen) bekannt.

Am Donnerstag bin ich mit dem KTX ruckzuck in Seoul angekommen, wo ich ersteinmal von einem stärkeren Regenschauer begrüßt wurde. Gut, dass ich vom Hostelvater zum Bulgogi-Essen eingeladen wurde, sodass ich so schnell nicht mehr vor die Tür musste.

An meinem letzten vollständigen Tag in Korea bin ich mit einem Taiwanesen zum Deoksugung-Palast, nach Insadong und Hongdae; abends zum German Language Meetup, viele nette Leute kennen lernen.

Später war ich mit besagtem Taiwanesen noch ein letztes Mal koreanisch Essen. Zufälligerweise saßen am Tisch nebenan zwei gehörlose Koreaner. Da ich etwas Deutsche Gebärdensprache beherrsche und man die Gebärdensprachen anderer Länder zumindest ansatzweise verstehen kann, habe ich die beiden einfach mal angesprochen. Die beiden hatten vorher noch nie direkten Kontakt mit einem Ausländer und haben sich tierisch gefreut – ein sehr schönes Erlebnis.

Am Samstag Morgen bin ich dann früh zum Flughafen in Incheon gefahren. Dieser war total überfüllt, weil genau an diesem Tag die Asienspiele in Incheon zuende gingen und die Sportler (und Zuschauer) aus aller Herren Länder wieder nach Hause fliegen wollten.

Mein Fazit: Korea ist ein sehr schönes Land mit vielen netten Leuten und es gibt irre viel zu sehen. Alleine für das Essen lohnt es sich, noch einmal hinzufliegen, und vielleicht bietet sich ja irgendwann noch einmal die Gelegenheit dazu.

Koreareise – 1. Woche

Eine kleine Sammlung von Bildern der Reise findest du auf Flickr.

Vor ca. einer Woche (Sonntag morgen) bin ich in Incheon gelandet. Das ist das erste Mal, dass ich in Korea oder generell so weit weg von Deutschland bin. Obwohl am Flughafen wirklich nicht viel los war, musste ich eine Stunde in der Schlange an der Immigration warten.

Danach ging es aber schnell bis Seoul: Karte fuer das Bezahlen in der U-Bahn gekauft, und mit dem Airport-Express bis 서울역 (Seoul Station) gefahren. Der Nahverkehr ist in Seoul sehr günstig, umgerechnet ca. 1,50 Euro, um einmal durch die Stadt zu fahren.

Beim Umsteigen an Seoul Station habe ich das erste Mal das Treiben in Seoul gesehen – ganz schön viel los.

Für Seoul hatte ich mir 4,5 Tage reserviert und habe die Zeit genutzt, um die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Paläste, Tore, Tempel, den Namdaemunmarkt und den Namsan anzuschauen.

Ich bin aber auch zur Bergfestung Namhansanjeong gefahren. Dort hat man einen sehr guten Blick auf Seoul und kann auch ein kleines buddhistisches Kloster sehen. Obwohl es Luftlinie nur wenige hundert Meter bis zur Millionenstadt Seoul sind, fühlt er sich hier richtig ruhig und ländlich an. Hier kann man verstehen, dass man so oft (vor allem ältere) Leute in der U-Bahn sieht, die komplett in Wandermontur gekleidet sind.

Seoul ist eine sehr wuselige, lebhafte Stadt; vor allem in den alten Vierteln mit engen Gassen, wo das Leben auf der Strasse stattfindet. Dort gibt es überall Restaurants und Läden, die sich bis auf die Gassen erstrecken.

Seoul ist aber auch eine sehr gegensätzliche Stadt. Es gibt die ruhigen Orte (Paläste und Tempel), die oft schöne Grünflächen bieten oder durch Mauern den Trubel draußen halten. Dann gibt es die alten Viertel mit den engen Gassen, in denen die einfachen Menschen leben und arbeiten. Und zuletzt sind da die neuen, prächtigen Hochhausviertel, allen voran Gangnam-gu (bekannt geworden durch Gangnam Style).

Die Gegensätzlichkeit zeigt sich auch auf den Strassen: Dort gibt es die kleinen, alten, aber vollbeladenen Lastwagen, Autos und Motorräder. Und es gibt die immer größer und nobler werdenden Luxuskarossen, die eigentlich immer getönte Scheiben haben.

Ein anderes Phänomen sind die älteren Frauen, die eine riesige Schirmmütze auf haben. Ob es da ein Gesetz gibt, das vorschreibt, dass Frauen ab einem bestimmten Alter diese Schirmkappen tragen müssen?

Mir ist es bisher einmal passiert, dass mich drei ältere koreanische Frauen ansprachen und ein Foto von mir zusammen mit ihnen machen wollten. Westler sind immer noch eine Seltenheit mit Attraktionswert in Korea.

Die DMZ (Demilitarisierte Zone, an der Grenze zu Nordkorea) ist nicht weit von Seoul, also bin ich auch dort hingefahren. Das geht aber nur mit einer organisierten Tour. Busweise werden hier die ausländischen Touristen durchgekarrt, während die Südkoreaner an der DMZ eher desinteressiert scheinen. Chinesische Reisegruppen stellen mit geschaetzten 95% den Großteil der Touristen.

  • Der erste Stop der eigentlichen Tour ist der 3. Tunnel, ein Tunnel, den die Nordkoreaner in den Süden gesprengt haben, um im Falle eines Angriffs Soldaten schnell hinter die gegnerischen Verteidigungslinien bringen zu können.
  • Der zweite Halt ist das Dorasan Observatorium. Von dort kann man mit Ferngläsern in den Norden schauen. Interessant ist, dass man keine Autos oder andere Bewegungen sieht und dass alle Wälder abgeholzt ist (als Brennmaterial). Ein paar Autos sah man dann doch, nämlich welche, die vom Süden aus in die Sonderwirtschaftszone Gaeseong gefahren sind.
  • Die dritte Station war 도라산역 (Dorasan Station), ein Bahnhof, der vielleicht irgendwann einmal genutzt wird.
  • Fuer knapp 90.000 Won mehr koennte man auch noch in die DMZ direkt an die Grenze, aber dazu war ich zu geizig.

Die  Atmosphäre an der Grenze ist schon komisch. Überall Militär (Ironie) und Schilder, die vor Minen warnen. Und der Blick in den Norden ist ungefähr so, als würde man auf den Mond schauen – beides ist sehr fremd.

Seit vorgestern befinde ich mich auf 제주도 (Jejudo), in der Stadt 서귀포 (Seogwipo). Gestern war ich auf dem Hallasan, Südkoreas höchstem Berg, bei Regen, Wind und schlechter Sicht. Dennoch sind dort Hunderschaften koreanischer und chinesischer Touristen hochgelaufen. Der Weg auf den Gipfel gleicht einer Autobahn. Für den Weg auf den Hallasan benötigt man offiziell 4-5 Stunden, aber ich habe es in 2,5 Stunden geschafft.

Gestern hatte ich auch mein bisher denkwürdigestes Essenserlebnis. Bisher war ich nicht so sehr von den Essgewohnheiten überrascht, obwohl ich schon beobachten musste, was die Koreaner so machen, um nichts falsches zu tun. Gestern war ich in einem Restaurant essen, das Aal und Samgyeobsal (Schweinebauchfleischstreifen) anbietet. Eigentlich bin ich dort hingegangen, um Samgyeobsal zu essen, aber das war aus. Also habe ich „fresh eel“ bestellt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass „fresh“ in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Aalstuecke noch zucken, wenn man sie zum braten an den Tisch gebracht bekommt. – Also Augen zu und durch. Der gebratene Aal hat gar nicht schlecht geschmeckt, aber komisch war das schon.

Beim Rausgehen ist mir dann erst der Tank mit (noch lebenden) Aalen vor der Tür aufgefallen.

Das Essen in Korea ist aber im generellen sehr lecker und auch nicht extrem scharf. Es ist auch sehr günstig im Vergleich zu Deutschland. (Eine Tschechin hat sich beschwert, es sei teuer.) Zwei Personen können sich für max. 10000 Won (7-8 Euro) sattessen; und gekühltes Wasser, so viel man braucht, ist im Preis auch schon inbegriffen.

Mal schauen, was die nächste Woche bringt.

Meine Tweets bezüglich der Koreareise sind mit #florea versehen.