«[… D]ie sogenannten Strafsachen gehen zurück. Ich habe nur noch Untersuchungen wegen grober Verstöße gegen die neuen Anordnungen zu leiten. Noch nie wurden die alten Gesetze so genau beachtet.»

«Weil sie im Vergleich zwangsläufig gut erscheinen», sagte Tarrou.

[…]

«Was macht das schon?», sagte er. «Nicht das Gesetz zählt, sondern die Strafe. Wir können nichts dazu.»

«Der da», sagte Cottard, als der Richter gegangen war, «ist der Feind Nummer eins.»

— Albert Camus, Die Pest

Telekom DSL-Zugangsdaten sniffen

Wenn man einen neuen Router in Betrieb nehmen möchte, fällt einem plötzlich auf, dass man die DSL-Zugangsdaten nicht mehr weiß – und dann findet man das Schreiben des Internetanbieters nicht mehr.

Wenn man bei der Telekom oder einem anderen Anbieter ist, bei dem die DSL-Anmeldung unverschlüsselt stattfindet, und einen Fritz!Box-basierten Router nutzt, kann man die Daten so sniffen:

  1. Benutzt man eine Fritz!Box, öffnet man die Seite http://fritz.box/html/capture.html. Benutzt man einen Fritz!Box-basierten Speedport (z.B. W 503V (Typ A), W 721V, W 722V (Typ A), W 920V), öffnet man die Seite https://speedport.ip/html/capture.html. Dazu muss man nicht einmal die Zugangsdaten zum Router kennen.
  2. Dann zieht man das DSL-Kabel, sodass der Router die Verbindung zum Internet verliert.
  3. Ein wenig warten (5-10 Sekunden).
  4. Dann beim Punkt “Paketmitschnitt auf DSL-Ebene (Standard)” auf Start klicken. (Während der nächsten Schritte bietet der Browser eine Datei zum Download an. Den Download bestätigen.)
  5. Das DSL-Kabel wieder am Router einstecken und warten, bis der Router anzeigt, dass er online ist.
  6. Auf Stop klicken.
  7. Die Datei, deren Download man vorher bestätigt hat, beinhaltet nun den Datenverkehr zwischen Router und Anbieter/Internet und (hoffentlich) die Zugangsdaten im Klartext.
  8. Die Datei in einem Editor (unter Linux z.B. vim) öffnen und nach einem bekannten Teil der Login-Daten suchen.
    • Bei einem Speedport der Telekom kann man unter KonfigurationNetzwerkInternetzugang die T-Online-Nummer nachschauen.
  9. Man findet dann etwas wie 001234567890#123456789012#0001@t-online.de^H12345678, was dem Schema <Anschlusskennung>#<T-Online-Nummer>#<Mitbenutzernummer / Suffix>@t-online.de^H<Persönliches Kennwort> folgt.

via ip-phone-forum.de

VirtualBox und die Guest Additions

Wenn man ein Betriebssystem in einer VirtualBox laufen lässt, wünscht man sich ab und an, dass man Dateien zwischen Host  und Guest System austauschen kann. Nicht anders sieht es bei der eingeschränkten Bildschirmauflösung aus; die möchte man dynamisch ändern können und auch mal im Vollbildmodus arbeiten.

  • Guest System: Das Betriebssystem, das innerhalb der virtuellen Maschine läuft.
  • Host System: Das Betriebssystem, auf dem die virtuelle Maschine läuft.

Mit den Guest Additions geht das ganz einfach. Zunächst installiert man Virtualbox und eben diese Erweiterungen. Unter Windows ist alles im Installer bereits enthalten, unter Ubuntu geht es so:

# Host System:
sudo apt-get install virtualbox-ose virtualbox-guest-additions

Windows als Guest System

Wenn dann das Guest System installiert ist und läuft, muss man die Erweiterungen installieren. Diese werden nicht auf dem Host System sondern auf dem Guest System installiert, indem man sie als virtuelle CD im Guest System lädt.

Um dies zu tun drückt man entweder „Host+D“ (in meinem Fall ist das „rechte Strg+D“) oder man geht über das Menü „Geräte“ („Devices“) → „Installiere Gast-Erweiterungen“ („Install Guest Additions“).

Ab diesem Moment steht im CD-Laufwerk eine CD bereit, auf der sich die Installer für die Gast-Erweiterungen befinden. Man sucht sich dann die passenden aus und installiert sie.

Ubuntu Linux als Gastsystem

Wenn man Ubuntu oder eine andere Linux-Distribution als Gastsystem installiert hat,  ist das Installieren der Gasterweiterungen noch viel einfacher:

# Guest System:
sudo apt-get install virtualbox-ose-guest-util

Andere Linux-Distributionen

Unter anderen Linuxdistributionen werden oft die Guest Additions – ähnlich wie bei Ubuntu – im Paketmanager angeboten. Teilweise muss man sie aber selber kompilieren.

Nach der Installation

Nach einem Neustart der VM steht dann ein wesentlich größerer Funktionsumfang bereit. Man kann „Shared Folders“ nutzen, über die man auf Dateien des Host System zugreifen kann und auch den Vollbildmodus richtig genießen.

Wenn man mehrer Gastsysteme mit Virtualbox betreibt, müssen die Guest Additions natürlich für jedes Gastsystem einzeln installiert werden.

Erste Fahrt mit dem Velaro D

Wenige Tage vor Weihnachten wurden die ersten vier „neuen ICEs“ (eigentlich heißen sie Velaro D) von Siemens an die Bahn übergeben – mit nur ca. zwei Jahren Verspätung.

Seitdem sind sie zwischen Dortmund, Köln, Frankfurt und Stuttgart im normalen Personenverkehr unterwegs. Die derzeitigen Fahrten, die mit einem Velaro D bedient werden, finden sich hier. Auf dieser Seite sieht man auch, dass sie nur zweimal bis viermal pro Tag auf eher unwichtigen Verbindungen fahren, damit sich mögliche Probleme nicht zu stark auswirken.

  • Innenraum des Velaro D. Blick auf das Technikabteil hinter dem Führerstand.
  • Der Velaro D hat als erste ICE-Baureihe LED-Lichter.
  • Velaro D an Gleis 15 in Stuttgart
  • Tür des Velaro D mit Fahrgastinformationen
  • Velaro D am Abstellbahnhof in Stuttgart wartet auf die Rückfahrt nach Köln als ICE 712
  • Der Velaro D hat als erste ICE-Baureihe LED-Lichter.
  • Velaro D als ICE 711 in Stuttgart
  • Velaro D am Abstellbahnhof in Stuttgart wartet auf die Rückfahrt nach Köln als ICE 712
  • Kennzeichnung des Abteils für Schwangere/Kleinkinder/mobilitätseingeschränkte Personen
  • Velaro D als ICE 712 in Stuttgart
  • Velaro D als ICE 711 in Stuttgart Hbf
  • Velaro D – Baureihe 407
  • Velaro D als ICE 711 in Mannheim Richtung Stuttgart Hbf

Heute hatte ich die Möglichkeit mit einem dieser neuen Züge zu fahren (Mannheim-Heidelberg-Stuttgart und zurück). Das ist mir dabei aufgefallen:

Positiv

  • Die Geräusche beim Anfahren und beim Fahren sind gefühlt nicht so laut wie beim ICE 3. Insgesamt wirkt der Zug sehr ruhig und es gibt nur wenige Vibrationen.
  • An den Türen ist im Bahnhof ein Klacken zu hören, das sehbehinderten Personen das Finden der Türen erleichtern soll. Das löste bei einigen Fahrgästen Irritationen aus, weil sie wohl dachten, die Tür sei defekt.
  • Der Innenraum (der zweiten Klasse) ist ebenfalls mit vielen Hilfen für sehbehinderte Fahrgäste ausgerüstet, z.B. gibt sind die Sitzplatznummern auch in Braille geschrieben und neben den Einstiegen befinden sich Wegweiser und Wagennummer in Brailleschrift.
  • An mindestens einem  Einde eines Wagens gibt es Kofferabstellmöglichkeiten, sodass man große Gepäckstücke nicht zwischen den Sitzen an Mitreisenden vorbei durchschieben muss.
  • Die Anzeigetafeln für die Fahrgastinformationen sind nun nicht mehr neben den Einstiegen angebracht, sondern hängen in den Großraumabteilen von der Decke (insgesamt vier Monitore pro Wagen). Die Schrift ist dabei (gefühlt) größer als bei den anderen ICEs. Bei Verspätung wird die voraussichtliche Ankunft am nächsten Bahnhof in roter Schrift angezeigt.
    Die Informationen werden in Deutsch, Englisch und Französisch angezeigt.
    Generell wird, wenn der nächste Bahnhof angekündigt wird, ein Bild passend zur Stadt angezeigt, was ich persönlich sehr nett finde.
    Wie bei den anderen ICEs wird ab und zu die Geschwindigkeit angezeigt. Die Anzeige wird auch hier mit Bildern hinterlegt. Lustigerweise wird hier manchmal anstatt eines Velaros ein ICE 1 angezeigt.
  • Die Sitze haben – im Gegensatz zu anderen ICE-Gattungen – zwei Hebel zum Verstellen. Einen um nur die Sitzfläche zu verschieben und einen um Sitzfläche und Rückenlehne zu verstellen.
  • Auch ich als großgewachsene Person habe in der zweiten Klasse genug Beinabstand zum nächsten Sitz.

Negativ

  • Leider kann man nicht mehr wie beim ICE 3 dem Fahrer über die Schulter schauen, weil hinter den Führerstand ein kleines Technikabteil gesetzt wurde.
  • Es gibt keine Abteile mehr, sondern nur noch Großraumabteile. Ich persönlich finde Abteile ab und zu ganz angenehm.
  • Die Kofferabstellmöglichkeiten haben – nicht wie im ICE T – keine Gurte, um Gepäckstücke zu befestigen. Eventuell sollte man ein Fahrradschloss oder ähnliches zum Anketten mitnehmen.
  • Die Ablage über den Sitzen ist gefühlt kleiner als beim ICE 3.
  • Leider war schon nach ca. zwei Wochen im Betrieb eine Einstiegstür defekt.
  • Die Türen am Ende der Großraumabteile sind nicht einheitlich. Es gibt zwei verschieden Tür-Designs, wobei nicht ersichtlich ist, warum.
  • Die Mülleimer, vor allem an den Tischen, sind definitiv zu klein.

Fazit

Der Velaro D ist zum Reisen sehr angenehm und im Vergleich zum ICE 3, wenn man die Abschaffung der Abteile nicht beachtet, kein Rückschritt (vielleicht sogar ein kleiner Fortschritt).

Durch die Abschaffung der Abteile gibt es aber auf jeden Fall mehr Sitzplätze, was vor allem bei stark ausgelasteten Verbindungen von Vorteil sein wird.

Die ersten vier von 16 Velaros, die bisher geliefert wurden, werden zudem hoffentlich die Zuverlässigkeit der Verbindungen auf der Schnellfahrstrecke Rhein/Main-Köln erhöhen, da dort nun mehr Züge zur Verfügung stehen. Bisher fuhr die DB dort quasi ohne Reservezüge, weil es Probleme mit den Achsen der ICE 3 gibt, die dort sonst fahren.

Rolling Release für Ubuntu?

Dieser Artikel von mir ist bereits am 23.01.2013 auf ikhaya.ubuntuusers.de erschienen. Er steht unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 2.0.


12.04 – 12.10 – 13.04 – 13.10. Die Versionsnummern der letzten und der nächsten Ubuntuversionen zeigen ein eingängiges Schema. Alle sechs Monate wird eine Version veröffentlicht.

Ab 14.04 könnte sich das aber ändern. Wie in einem Google+ Hangout mitgeteilt wurde, gibt es bei Canonical – der Firma hinter Ubuntu – Diskussionen, ob man auf einen zweijährigen Rhythmus umstellen sollte. Zwischen diesen LTS-Veröffentlichungen (Long Term Support) würde dafür Ubuntu als Rolling Release gepflegt werden.

Der Status Quo

Derzeit ist Ubuntu release-basiert. Canonical gibt alle sechs Monate eine Ubuntuversion heraus, die dann für 18 Monate bzw. 5 Jahre mit Fehlerbereinigungen und Sicherheitsupdates versorgt werden. Wenn aber von einer Software eine komplett neue Version erscheint, fließt diese Version nicht in die schon veröffentlichten Versionen ein. So wird z.B. 12.04 immer nur LibreOffice 3.5.x beinhalten aber nie 3.6 oder höher.

Dieser Ansatz bietet einige Vorteile – vor allem für Firmen. Je länger eine Ubuntuversion existiert, desto stabiler werden ihre Programme, da immer mehr Fehler behoben werden. Außerdem kann man sich immer sicher sein, dass ein Programm sich nach einem Update genauso verhält wie zuvor.

Jedoch kommt ein Nutzer nicht in den Genuss von Verbesserungen in neueren Programmversionen. So gibt es z.B. in 12.04 noch nicht den GIMP-Einfenstermodus. Außerdem gibt es Nutzer, die das halbjährliche Update auf eine neue Ubuntuversion stört.

Der Rolling-Release-Ansatz

„Rolling Release“ („fortlaufende Veröffentlichung“) ist ein Ansatz, der schon von anderen Linux-Distributionen erfolgreich umgesetzt wird. Debian Sid, ArchLinux und Gentoo sind Beispiele. Neue Programmversionen, aber auch Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates werden so schnell wie möglich an den Nutzer der Distribution weitergereicht. Natürlich werden die Updates vorher vom Distributor getestet. Der Nutzer ist also immer auf dem neuesten Stand.

Im Falle von Ubuntu denkt Canonical darüber nach, eine Rolling-Release-Version anzubieten und alle zwei Jahre eine LTS-Version herauszubringen, die dann nach dem bekannten Ansatz gepflegt wird. Dieser Ansatz wäre dem Nutzerverhalten von Debian ähnlich. Dort gibt es Debian Sid als Rolling Release und Debian Stable als release-basierte Version für den Desktop.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Nutzer, die auf Stabilität achten, nutzten die LTS-Veröffentlichungen und müssten sich nicht umgewöhnen. Nutzer, die immer auf dem neuesten Stand bleiben wollen, installierten sich einmal die Rolling-Release-Version von Ubuntu und müssten sich um nichts mehr kümmern; Kernel und Treiber würden z.B. immer auf dem neuesten Stand sein und so die Installation auf neuer Hardware erleichtern.

Nachteile gibt es aber auch. Starke Veränderungen (z.B. in Bedienkonzepten) können Nutzer irritieren und Programme, die plötzlich ihre Daten in völlig anderen Dateiformaten ablegen, brechen Kompatibilitäten. Auch die Gefahr, dass bei einem normalen Programmupdate etwas kaputt geht, könnte steigen.

Das alles ist aber im Moment noch ein Gedankenspiel, entschieden ist noch nichts. Die Umstellung böte jedoch Chancen, flexibler auf Neuerungen zu reagieren und versierte Nutzer zu Ubuntu zu bringen, die das bisherige Releasemodell als zu konservativ empfanden. Andererseits könnten Nutzer mit diesem Modell unzufrieden sein, außerdem gäbe es nur noch alle zwei Jahre eine Releaseparty.

Die Diskussion läuft.

Quellen: heise.de und arstechnica.com

Ralink RT2500 Treiber-Bug

Bei der Installation von Debian Testing (Jessie) auf einem Rechner mit einer Ralink-WLAN-Karte hatte ich das Problem, dass nach einer bestimmten Zeit einfach die WLAN-Verbindung zum Router abbrach. Das Neuladen des Treibers half.

Das Problem äußert sich durch folgende Fehlermeldung:

phy0 -> rt2x00queue_write_tx_frame: Error - Dropping frame due to full tx queue 0.

Das Problem ist ein Bug im Treiber rt2500pci. Nach einer bestimmten Zeit ohne Netzwerkverkehr wird der Stromsparmodus der WLAN-Karte aktiviert, den der Treiber nicht mehr deaktivieren kann.

Ein Workaround ist das Anlegen einer Datei in /etc/udev/rules.d/ mit folgendem Inhalt:

SUBSYSTEM=="net", ACTION=="add", DRIVERS=="rt2500pci", KERNEL=="wlan*", RUN="/sbin/iw $name set power_save off"

Der Dateiname muss auf „.rules“ enden, damit udev die Regel anwendet.

Hallo Welt!

Nach einem Problem mit meiner Datenbank und ein wenig Datenverlust habe ich mich entschieden, hier einfach noch einmal mit einem leeren Blog anzufangen und nur einen Teil meiner alten Blog-Posts nach und nach in diesen Blog zu übertragen.